Von Grönland zu den Kanaren

Nun war hier lange Ruhe, aber ich habe mich entschieden wieder mehr zu schreiben!

Ich bin an 13.07.2019 an Bord von AidaCara aufgestiegen. Die ersten Reisen gingen hoch nach Island&Grönland, danach ging es von Bremerhaven nach Mallorca, da haben wir ein bischen von Frankreich, England, Spanien und Portugal gesehen. Anschließend ging es von Mallorca, über Griechenland, Sizilien und Sardinien nach Bari (Italien). Von dort aus dann auch wieder zurück. Wieder in Mallorca angekommen ging es runter nach Gran Canaria, von dort aus haben wir die Kanaren und Azoren besucht, bis ich am 02.12.2019 wieder im kalten Deutschland angekommen war.

4 halb Monate waren einfach eine verdammt lange Zeit. Man merkt richtig das hier Zuhause im kleine Hameln trotzdem was passiert um man vieles einfach verpasst. Dafür habe ich das erste mal Grönland und Island gesehen, zwei wunderschöne Länder, mein Highlight waren die Zwergwal vor der Ostküste Grönlands, es war einfach unglaublich. Wir sind für 50€ p.p mit einem einheimischen Schnellboot raus gefahren auf die Offene See, kurz vor der Eisbergfront tauchten dann gut 5-6 Zwergwale immer mal wieder auf und präsentierten ihre volle Schönheit. Meine Kamera ist beinahe heißgelaufen, trotz der – 10 Grad. Das Wetter war einfach fantastisch, die Sonne schien und die See war ruhig. Danach sind wir zwischen die Eisigere gefahren, das knacken und krachen ist einfach einzigartig, die Riesen zu sehen ist einfach unglaublich, man fühlt sich einfach winzig klein. Nach einer Stunde sind wir zurück an Land gefahren, dort haben wir das kleine Dorf Illuminat erkundet, ein 50 Seelendorf mit einer kleinen Schule, einer Kirche und einem Restaurant, dieses durfte aber nur von Einheimischen besucht werden. „No Cruise Ships!“ besagte der große Zettel an der Tür. Dafür sind wir in einen kleine Laden reimgeschlendert und haben uns dort mit einem kleine Snack eingedeckt. Da Grönland zu Dänemark gehört sind die Preise eigentlich ganz in Ordnung. Man merkt das Grönland gegenüber von Canada lag, immer wieder trafen wir dort Canadische Urlauber  die „mal eben“ rüber geflogen sind.

In Reykjavik haben wir eine kleine Live-Bar entdeckt, das „English-Pub“. Dort gab es abends immer Live Musik und auf jeden Fall genug zu trinken. Leider kostete im Norden der Welt Bier und Alkohol immer viel Geld. Ein gezapftes bei 10€ und ein Flaschenbier teilweise bei 12-13€, d.h betrinken war nicht drin. Wir sind mit einem Taxi von Bar zu Schiff gefahren, da es das schnellste und einfachste war. Das Taxi für 40€ pro Strecke war in Ordnung, wir konnten uns das ja Immer zu 3 oder 4 teilen.

 

Ein weiteres Highlight war die Prinz Christian Sund Passage im Süden von Grönland. Drei ganze Seetage hießen für uns Gastgeber eigentlich immer viel Arbeit, da die Gäste bespaßt werden wollen. Aber im Sund wollte einfach jeder nur gucken, es war unglaublich wie Landschaft und Eisberge an unserem Schiff vorbeigezogen sind. Für die Crew gab es vorne an Deck sogar Kuchen, Glühwein und hießen Kakao. Die durchfahrt dauert gute 6-8 Stunden und ist auch beim 3 mal immer noch Unfassbar schön.

Angekommen im Süden, genauer gesagt in Malta haben wir uns dazu entschieden eine kleine Insel Taxi Rundfahrt zu machen, die Taxen im Süden sind günstig, so haben wir zu 4. 5€ p.p bezahlt. Wir sind zu einer Bucht gefahren wo man mit kleinen Booten in die Höhlen fahren konnte, laut Werbung war dies „the bluest Point in Malta!“ also rein da. Die See war sehr rau, aber wir kannten uns ja mit Seegang aus. Das Wasser war einfach unglaublich blau, es wäre so schön gewesen, wenn dann nicht unser Bootsführer gewesen wäre. Wir wurden immer nur angebrüllt wo wir hingucken sollen und das wir unsre Hand ins Wasser halten sollen. Ja angebrüllt, mit sehr aggressivem Ton. Die Spanier hinter uns wurden immer freundlich drauf hingewiesen. Wir waren uns unsicher ob es an uns oder seinem schlechten Englisch lag.

Auf Madeira haben wir uns bei Sixcxt ein Auto gemiete, den ganzen Tag 56€ mit allen Kilometern und kompletter Versicherung. Wir sind auf einen der höchsten Berge der Insel gefahren. Unglaublich wenn man in den Wolken steht und man ins unendliche Schaut bis man das blaue Meer am Ende der Insel sieht. Dort haben wir eine Suppe gegessen und etwas getrunken. Dann zurück runter, die Straßen ähneln deutschen Feldwegen und führen durchs nichts. Aber dieses Abenteuer war einfach unglaublich und jede Minute wert.

Es ist so viel passiert, ich werde bestimmt noch mehr berichten….

bis dahin viel spaß 😛

#Richtung Ich

Wie viel Arbeit kann ein Mensch ertragen? Wie viel stress kann ein Einzelner auf seinen Schultern lasten? Wie lange kann man 24/7 arbeiten ohne kaputt zu gehen?

Ich kann euch sagen, das funktioniert verdammt lange, aber nur wenn man die richten Leute um sich hat! 

Auf diesem Schiff arbeite ich jeden Tag, ohne Wochenende oder Feiertage! Am tag arbeite ich gut 12-14 Stunden. Natürlich gibt es auch Tage wo es nur 6-7 Stunden sind, aber an denen liegt dann meistens Wäsche waschen an, oder man geht im schönen Hafen raus und schaut sich die Destination an…
Ich merke hier einfach, das 24 Stunden am Tag viel zu wenig sind, zu wenig um sich mit seinen Freunden zu treffen, zu wenig um genug schlaf zu bekommen, zu wenig um seine eigenen 6 Quadratmeter in Ordnung zu halten, zu wenig um jeden Tag zu Hause anrufen zu können.

Aber umso schöner sind die Momente wenn etwas funktioniert! 

Ich habe Vorfreude auf die Vorfreude!!!

Nun bin ich schon 2 Monate hier und mir kommt es einerseits vor wie 2 Wochen und andererseits, wenn ich mir anschaue was zu Hause in der Zeit alles passiert ist, wie eine Ewigkeit. Aber in 5 Wochen bin ich wieder zu Hause. Und genau beim schrieben von diesem Satz kommt wieder etwas Euphorie hoch, die Vorfreude auf die Vorfreude steigt! Ich bin jetzt froh mich in 4 Wochen auf zu Hause zu freuen, wenn es nur noch 7 Tage sind und alles wieder eingepackt wird, Richtung Heimat. 

Anderseits habe ich jetzt schon nach 2 Monaten das Gefühl ich lasse meine Schiffsfamilie hier alleine. Ich habe hier so super Menschen kennengelernt, nicht jeder ist mein Freund, aber jeder gehört zur Familie, oder nennen wir es Gemeinde. Jeder sagt sich, wie in einem kleinem Dorf, „hallo“ wenn man sich auf den Fluren begegnet… Das gibt einen das gute Gefühl von Geborgenheit und irgendwie Sicherheit, man wird wahrgenommen! 

Nach 8 Wochen zu Hause geht es dann auf das nächste Schiff, die AidaCara. Mit AidaCara geht es dann nach Grönland, Island, Spanien, Portugal, Frankreich, Griechenland u.v mehr Häfen die ich gar nicht alle aus dem Kopf weiß, bis ich dann am 18.11 wieder zu Hause bin um die wichtigste Familienzeit im Jahr, mit meiner Familie zu verbringen. Weihnachten, mein bester Freund hat Geburtstag, meine Mutter hat Geburtstag und meine kleine Schwester wird 15. 

Ich lerne mich hier immer besser kennen, lerne langsam meine Grenzen, studiere noch ein mal mehr meine eigenen Macken und lerne viel über Menschen und ihr Verhalten. Ich bin auf dem weg #richtungich ; ich weiß noch nicht genau wann ich ankomme, aber ich bin auf jeden Fall bereit für alle (wellen) die kommen! 

„Wo bin ich, und wo muss ich eigentlich hin?“

Das war der meist gefragte Satz in den ersten Tagen…

Auch wenn die Aidaaura eines der kleineren Schiffe ist, verläuft an sich am Anfang doch ziemlich oft. 

Der erste Tag war einfach voller Input, ich hatte das Gefühl das ich nach 3 Stunden nicht mal mehr meinen eigenen Namen weiß. Es war einfach immer Info,Info,Info….

Ich habe das große Glück auf meiner Kabine ein Bullauge zu haben… D.h ich kann von Zeit zu Zeit, wenn ich auf der Kabine bin, doch mal rausschauen und kurz träumen… Wenn man dann abends im Bettliegt, kann so ein Bullauge doch manchmal ziemlich nerven… bei jeder größeren Welle schießt einmal Wasser durch das Bullauge und es gibt so ein unangenehmes Rumssss geräusch… Das sieht dann aus wie so ne Waschmaschine wo einmal der Schleudergang an ist. 

Der erste Hafen war Haugesund, dort mussten wir im Kids Club erstmal gucken wie viele Kinder kommen, und wie viele Erzieher wir sein müssen, daher war dann nichts mit Landgang. Gestern in Bodø war es dann soweit, das erste Mal raus! 

Nun waren es draußen, trotz Sonne nur  -6 Grad und überall war Schnee und Eis, ich hatte 3 Schichten an und habe trotzdem irgendwie gefroren…. 

Nach 2 Stunden Fotos machen und Norwegisch, bin ich dann wieder zurück zum Schiff. 

Nun sind wir auf dem Weg nach Tromsø, dort liegen wir Übernacht im Hafen und können somit auch Nachts raus, vielleicht habe ich dann mehr die Chance Polarlichter zu fotografieren, denn das Schiff wackelt, und somit sind die Meisten Bilder doch irgendwie verwackelt oder unscharf… 

wünscht mir gluck 🙂 

Die Reise beginnt…

Die Reise beginnt: Ja so langsam wird es ernst, am Samstag ist es soweit, zischen 8 und 9 Uhr ist Aufstieg in Hamburg. Die AIDAAura wird dort schon stehen und warten.

Mitten in der Nacht: Wir fahren Samstag morgen um 4 Uhr los. Man will ja pünktlich sein… Zum Glück fährt Marvin mich.
Ich lass‘ die Stadt hinter mir: Ich bin jetzt schon gespannt wie klein Hamburg von weitem aussehen kann…
Wo alles angefangen hat: Der Bewerbertag war in Hamburg, das Safety Training war dort… Irgendwie hat in dieser Stadt alles angefangen….
Ich weiß noch nicht, was morgen ist
Doch ich werde mir was suchen: Ich habe keine Ahnung was auf mich zu kommt, aber es wird schon gut werden, dass weiß ich gewiss!

Was besser zu mir passt, mich am Ende glücklich macht: Ich hoffe doch.

Auf zu neuen Ufern: Jeden Tag ein neues Ufer…

Die Kirchturmglocken läuten
Die nächste Runde ein: Ich werde so viele unterschiedliche Glocken hören, und sie werden mich immer an zu Hause erinnern.

Bist du bereit? JA bin ich!

Wenn das erste Morgenlicht
Durch die Fensterscheibe bricht
Dann wird mir klar
Dass noch so viel vor uns liegt
Was es zu entdecken gibt
Wo wir noch nie war’n

Es gibt so viel da draußen, was wir nicht kennen. So viel was man sehen kann; es gibt so viel, was wir nicht fassen können, was uns sprachlos macht. Sicherheit, die habe ich weil ich gute Freunde und eine Familie habe! Wenn ich zurück komme wird dort jemand stehen und mich abholen, das weiß ich. Wenn ich mal jemanden brauche der mir zuhört muss ich nur den Hörer in die Hand nehmen.

„Ich bin ja nicht aus der Welt!“ -> Ja ne wie auch?! Die Welt scheint mit dem Gedanken doch irgendwie recht klein. Aber wenn man dann erstmal los fährt und alleine merkt dass es von Hameln aus 2-3 Stunden zum Strand sind, scheint sie doch wieder so groß. Wenn man sich in Irland auf die Klippen stellt und nach unten schaut fühlt man sich so winzig klein. Aber doch kann man 20 Autostunden nach Irland locker zu zweit meistern.

Ich bin bereit wenn die Wellen kommen; lass mich von Ihnen befreit‘; tauch nur noch tiefer ein. Ich bin bereit wenn die Wellen kommen!

Bist Du Bereit – Max Giesinger

Faire Fähren

Zuerst fährt man in eine große gefühlte Tiefgarage. Nur halt nicht Berg runter… Danach fährt man in eine lange Reihe wo jemand einen sagt wie dicht man an den Vordermann heran fahren kann; warum auch immer man diesem

„Hafen Mitarbeiter“ vertrauen solle; dann heißt es aussteigen und das wichtigste mitnehmen. Wenn man alles bei sich hat geht es immer Treppe hoch auf die Decks. Jetzt kommt es drauf an ob man nachts oder tagsüber auf die Fähre geht. Nachts sollte man sich so schnell wie möglich ein Sofa oder Sessel sichern in dem man schlafen kann. Hier schläft nachts jeder, ob im Restaurant, in einer Bar, oder einfach im Sitz Bereich. Jeder sucht sich irgendwo seinen Platz zum lang machen. Sobald man liegt, am besten etwas über die Augen und auf die Ohren. Das macht es irgendwie einfacher Ruhe zu finden. Unter einem vibrieren leicht die Schiffsmotoren. In der Ferne mag man noch ein lautes Geklimper der Gläser in der Bar hören. Man stellt sich den Wecker auf Ankunft und schläft einfach ein. Man schaukelt in den Schlaf. 

Wenn man nun aber tagsüber auf der Fähre ankommt kann man viel machen, man kann gute Gespräche anfangen, ob auf Deck oder unter Deck. Man kann sich in die Sonne flehtzen oder halt in den Schatten. Man kann in die Spielhallen, ins Restaurant, in ne Bar oder, auch tagsüber, in einen schlafsessel. Schlafend gehen diese Fahrten eindeutig schneller rum. Das Essen kostet eventuell 20-50 Cent mehr. Aber das ist in Ordnung, man sollte sich vorher gut trinken und ein paar Snacks mitnehmen. Aber eine große Pizza für 10,50€ ist in Ordnung. Das Bier in der Bar ist teilweise günstiger als in den Großstädten. 

Wenn es dann irgendwann Land in Sicht heißt, sollte man sich schon mal grob dran erinnern wo man hin muss, wo das Auto steht und ob noch jemand fehlt… 

dann heißt es, Abfahrt!  

Nördlicher geht’s nicht.

Nun sind wir angekommen am letzen Ziel unserer Reise. Malin Head heißt das kleine Örtchen was komplett im Norden Irland liegt. Nicht in Nordirland, sonder im Norden von Irland (Südirland?!). Angefangen in doolin (Süden, etwas unter Galway) haben wir uns in 2 Wochen hier hoch gekämpft. Man lernt unglaublich viel über diese Land. Der Linksverkehr ist schon zur Routine geworden. Die netten Leute in den Pubs schon völlig normal…

Es ist unglaublich was wir in den letzten Wochen erlebt haben, zwischen Pub besuchen und tagestouren haben wir immer wieder die Zeit gefunden uns ans Meer zu schleichen. Und dieser Atlantik hier in Irland ist unglaublich! Er ist nicht warm, aber warm genug, um von einem Boot ins Wasser zu springen, unter den höchsten Klippen Europas. Der Käpt’n des Schiffes war auch sofort mit im kühlen Nass. Wassertemperatur waren gute 20 grad, Außentemperatur waren so um die 17 grad, gefühlt aber durch den Wind und die Nässe so bei 10 grad.5F0A1261-A2CB-4656-85B3-4D212EA702BD

Heute waren wir wieder am Strand. Diesmal aber weniger für den Strand an sich, sondern für die Steine die dort angespült werden. Es ist Halbedelsteine oder gar kleine schätze die man dort sammeln kann. Kein stumpfer Nordsee Sand, der irgendwie nach Salz und Fisch riecht. Wirklich kleine Steine, in allen möglichen Farben und Größen.FF97B161-BBBA-408D-BDC7-DB49642A63C4

Vor einer halben Woche waren wir auf einer verlassen Insel namens Inishkea. Die Insel ist seit mehreren Jahren komplett verlassen. Nur vereinzelt kommen Besitzern wieder um dort ein paar Tage Urlaub zu machen. Durch einen Sturm musste die Insel aus Sicherheitsgründen geräumt werden. Die Häuser wurden komplett zurück gelassen. 3-4 mal im Jahr sind Fahrten zu der Insel möglich. Wetter, Ebbe und Strömung müssen komplett mitspielen sodass diese fahrt möglich ist. Ein erfahrener Seemann darf nicht fehlen. Unser Seemann fährt seit 6 Jahren immer wieder diese Strecke, er kennt sich also aus. Er wusste genau wo Steine aus dem Wasser ragen, oder wo man sich durchschlängeln musste. Nach einer Stunde fahrt kamen wir an. Das erste was uns zwischen den verlassenen Häuser entgegen kam waren 3 Esel. Dazu kamen viele Schafe und eine paar Kühe. Gestört haben wir wohl die Schwarzkopf Möwen die sich auf der Insel eingenistet haben. Sonst kein einziger Mensch dort. B98D79B8-A237-4031-B7EC-41E7BD2A0D9D560727CC-9457-48FA-9169-EC8C3C2B59A3B1940E7C-020A-4AC0-9159-29220928380D1517F09D-B2EC-4CC1-97B7-B58FCFD7D43F

Nun sitzen wir hier draußen am Meer, genießen unser gutes Smithicks und gehen gleich ins Bett, gute Nacht!

 

Selbst der Toaster hat hier mehr Zeit

Ja die Iren, sie haben Zeit. Egal ob beim Autofahren, einkaufen, Regale einräumen oder was auch immer sie tun; sie sind langsam. Nicht aufdringlich langsam, einfach nur gemütlich und genügsam. In Deutschland wird ein Supermarkt Regal in Sekundenschnelle eingeräumt, in Irland wir eine Marmelade nach der anderen, von dem jungen Studenten, im grauen Schlabberpulli gemütlich eingeräumt. Man geht an ihm vorbei und grüßt freundlich, er grüßt zurück. In Deutschland kannst du froh sein, wenn du es schafft, bei deiner Frage an die Verkäuferin, ihr hinterher zu sprinten. Hier ist es typisch Irisch noch an die Begrüßung ein nettes „How are you“ dran zu hängen. Meist entsteht dadurch kein Gespräch, aber hey, man ist ja höflich. Wenn man dann seinen Einkauf erledigt hat und zurück ins Hostel fährt, hat man einen Iren nach dem Anderen vor sich. Die Straßen erinnern einen hier meist an einen deutschen Feldweg. Trotz das gefühlt immer nur ein Auto durch passt, hält ein Ire einfach Komplett drauf. Nur wenn du hinter ihm fährst hat er komischerweise unendlich Zeit. Google Maps Route sagt dir 30 min, nach gefühlten 3 Stunden und gefahrenen 45 min ist man dann endlich am Hostel. Dort kramt man dann sein frisch eingekauftes matsch Toast aus der Einkaufstasche und toastet es. Man geht die Treppe rauf ins Zimmer, geht auf Toilette, und unterhält sich auf dem Weg noch; kommt wieder in die Küche, und der Toast ist immer noch in dem Toaster. Man fragt sich dann ob schon wieder neue Toast in den Toaster hineingeworfen wurden. Bis man feststellt, dass es noch genau die selben sind, die man zuvor in den Toaster geschmissen hat. Selbst der Toaster hat hier mehr Zeit. In jedem Pub dauert das Bier gefühlt ne Minute länger, an jeder Kasse steht man eine Minute länger, an jeder Ampel wartet man eine Minute mehr, aber das ist Ok, man gewöhnt sich dran und wird genauso tiefen entspannt. Somit, gute Nacht.

Irland = Der größte Schafsscheißhaufen der Welt

Egal wo man hin wandert, egal wo man Hinfährt, ob schiff, ob auto ob zu fuß. Überall und wirklich überall sind Schafe. Somit auch überall diese köttelchen oder Mini-Scheißhaufen. Es ist nicht so dass es ekelig ist, oder stinkt. Aber wenn dein Hund hier bei Gassi gehen auf die Wiese scheißt, bezahlt du 150€, aber die Schafe dürfen einfach alles zuscheißen… Selbst an einem der 25 schönsten Strände Irlands (Silver Strand) gibt es Schafe; an den höchsten Klippen Europas, stehen Schafe; auf den Highways zwischen den Dörfern, stehen Schafe. Egal wo, sie stehen da, grasen, schlafen, oder kämpfen.. Auch wenn du mit dem Auto an ihnen vorbei fährst, rühren sie sich keinen Meter. Erst wenn du Aussteigst und auf sie zugehst, folgt auf die doofen Blicken ein stumpfes Wegrennen. Man könnte meinen, man könnte die Schafe hier hassen. Zugegeben nerven sie manchmal echt, aber die Iren machen uns den Hassakt nicht leicht; die Schafe sind Bunt, manche Lila, manche Grün, manche Blau. Auf jeder Weide/Straße ist eine andere Farbe an Schaf unterwegs. Nicht komplett eingefärbt, einfach nur ein dicker Graffiti Fleck auf dem Rücken. Wenn man dann mal keine Schafe sieht, dann sind es Esel oder Kühe. Selbst auf der verlassenen Insel (Inishkea) gab es 3 Esel, ein paar Kühe und gefühlt unendlich Schafe…
Mähhh, und bis dannB1940E7C-020A-4AC0-9159-29220928380D

Der irgendwie dunkelste Ort Europas?! (Oder auch nicht)

Nun liefen wir den Moorweg entlang. Links und rechts könnte man nur einsinkend, der hölzerne Pfad hält uns auf der Erde. In der Ferne sieht man kleine Lichter. Es ist Nacht. Eine sommernacht, die Sterne am Himmel werden von der übrig geblieben Sonne konkurriert. Man könnte glatt meinen Sie Wetten aneinander wer heller scheint. Somit waren Fotos der Sterne irgendwie hinfällig, auch wenn es irgendwie der dunkelste Ort Irland sein soll. Dunkel war es nicht so wirklich. Kalt sich nicht. Eher so nass, kalt und doch irgendwie stickig warm. Es lag irgendwie Demut in der Luft. Holzlatte für Holzlatte, schritt für schritt, gingen wir nun weiter den „dunklen“ weg. Wenn man sich hinlegt muss man sich den Nacken nicht verrenken, war die Gruppenweisheit des Abends. Wer auch immer es ausgeschrien hat. Irgendwann liegten alle den Lattenboden gleich. Nach 5-6 Fotos rüber zum See ist uns aufgefallen dass in der Ferne ein Hund bellt. Welcher Hund, und warum bellt er? Welche Dunkelheit, und warum Sterne? Wir stellten die Frage öfter, die Demut wurde schlimmer und die ersten vermissten ihr Hostel Bett. Somit wurden die Sachen wieder zusammengepackt und es ging zurück Richtung Auto Parkplatz. Der Weg war kurvig und hüglig, irgendwie so „3 Bier später“ wackelig und hatte nen lustigen Knick. Die Taschenlampen wurden kurz angemacht, es wurde laut aufgestöhnt und sogleich war es wieder dunkel auf dem Birkenholz. Auf einmal nahm ich im Augenwinkel ein zucken war. War es mal wieder ein Schaf? Die sind hier ja überall! Doch irgendwas stimmte nicht! Vor mir wurde die Hightech Taschenlampe wieder ins Leben gerufen. Es war ein Hund. Irgendwie lag er nun dort ganz alleine am Rand im Moor. Er war ängstlich. War dies hier sein Leben? Wer hat ihn hier gelassen? Ist sein Herrchen hier im Moor gestorben? Viele Fragen die mir einen Schauer über den Rücken jagten. Wie erklärt man sowas Kindern? Ein Hund weiß sich zum überleben zu verhelfen, doch wie erklärt man das einem Kind? Nach viel nachdenken war die beste Ausrede dass es dem Hund dort gut geht, und er dort lebt. Dies ist ja auch irgendwie die Wahrheit. Doch trotzdem Beschäftigten mich die Fragen, ist er dort alleine? Wartet er auf jemanden? Wurde er zurückgelassen? Gehört er dort hin? 

Viele Fragen für eine Nacht. 

Pretty Little Galway Girl

Vor 3 Tagen sind wir von Doolin nach Letterfrack gefahren. Auf dem Weg haben wir in Galway angehalten. Wir hatten super Wetter und sind ein bisschen durch die Innenstadt gegangen. Imke und ich hatten einen Plan, wir wollten ein andenken auf unser haut haben. Also haben wir die nächsten Tattoostudios aufgesucht. Normalerweise stehen Tattoostudios ja in Konkurrenz, doch dort haben sie sich gegenseitig empfohlen. Somit hatte das 3te Studio dann Zeit für uns. Ich habe mir die 3 Einigkeit als Wellen Tattoowieren lassen. Imke hat sich die Spirale des Lebens stechen lassen. Danach waren wir im Pennys, das ist komplett das gleiche wie Primar, hat hier in Irland nur den anderen Namen, da es eigentlich hier gegründet wurde. Wir sind weiter durch Galway geschlendert, vorbei an wundervollen Straßenmusikern und mega coolen Geschäften. Wir waren in sämtlichen Souvenir Geschäften und haben unser Touristen-Herz höher schlagen lassen. Nach dem Shopping Trip sind wir weiter nach Letterfrack gefahren. Dort haben wir in einem alten Kloster übernachtet. Dieses wurde komplett Upgecycelt, weshalb es nicht immer warmes Wasser gab, dafür war es aber extrem gemütlich. Es kam mir teilweise vor wie in einem Abenteuer film. Das Hostel was man irgendwie im Wald findet, einen erst gruselt und dann doch voll überzeugt. Wir hatten zu 10 als Gruppe ein großes Zimmer, es war lustig, aber nach 3 Nächten ist man auch echt froh mal wieder Platz für sich zu haben. Nun sind wir auf dem weg nach Kilcommon, dort ist ein komplettes Moorgebiet. Wir wollen bis 16 Uhr ankommen, da dann ja Fußball läuft. Drücken wir mal die Daumen das wir das Spiel sehen können…

Bis Dahin Joel