Du bist du, oder?

Wer bist du?

Wer willst du sein?

Und warum weiß man das nicht?

Viele Fragen keine Antwort!

Du bist Du! Okay, okay, das klingt immer so Mega einfach wenn man das sagt, aber wie bist du an deinen jetztigen Standpunkt gekommen? Was hat dich die Jahre über dazu bewegt da zu stehen wo du jetzt bist? Du! Jetzt würdest du sagen, Mama und Papa haben aber gesagt, und meine beste/r Freund/in haben gesagt… Halt warte, wer hat denn am Ende entschieden was passiert? Du! Mama sagt oft, mach das was dich glücklich macht, Papa meint oft man solle was aus sich machen. Doch was möchte man denn werden, was möchte man sein. Im Grunde ist es egal. Du kannst sein wer du bist, solange Du, Du bleibst! Du kannst jeden Job ausführen den du möchtest, Oke klar, ein paar Noten und große Bosse haben da noch mit zu reden, aber im Grunde stehen dir alle Türen offen. Nun stehst du da trotzdem noch ohne Antwort… Ich vergleiche das Gefühl gerne mit dem Meer. Es fühlt sich an als ob du ganz weit draußen wärst, der Ozean ist grenzenlos und du bist mittendrin. Allein. Du bist über Bord gegangen, liegst erschöpft im Wasser und suchst nach Land. Liebe – ist die Antwort. Die größte liebe ist die der Familie, sie wird dich immer Aufnehmen, du kannst dort immer sein wie du bist. Danach kommt oft die feste Beziehung, jemand ganz besonderes in deinem Leben, dieser jemand möchte bei dir bleiben obwohl du vielleicht der größte trottel dieser Welt bist, und selbst wenn diese liebe noch nicht existiert, sie wird kommen… Danach kommt oftmals der gute Freundeskreis, der beste Freund, die beste Freundin. Sie sehen dich von außen, kennen aber dein inneres genau, auf sie ist immer Verlass und sie mögen dich so wie du bist. All diese Personen können dich aus dem Meer retten, dies sind deine Lebensretter, du musst nur die Hand ausstrecken und sie werden dir helfen! Dies ist deine Mitte der Welt, wenn du mal verloren gehst, komm dahin zurück und du wirst dich selber wieder finden. Aber bleib nicht in der Mitte stehen, geh weiter, schau dich um, Fall hin, steh auf, Lauf gegen Wände, Fall in Löcher, kriech weiter, tritt und Schlag im dich, doch behalte immer den Glauben. Glaube kann das sein, woran man glaubt, ob das nun du selbst bist, jemand anderes, deine Beziehung, Gott, oder irgendeine härtere macht. Es geht aber auch darum, an dich selbst und an uns zu glauben. Du bist geboren um jemand zu sein!

Ich weiß nicht was Gott hört, ich weiß es ist nicht leicht, der Wille ist oft so klar, doch der Weg oft so schwer. Ich weiß eines Tages wirst du da stehen und sagen:“ sieh mich an, schau was aus mir geworden ist!“ denn wo wärst du, wenn du nicht an etwas glauben würdest?! An dich glauben würdest.

Werde so wie du es möchtest, folge deinem Herzen! Sei du selbst!

Manchmal wachst du auf und die ganze Welt steht Kopf. Es ist alles anders, aber du weißt, du musst weiter machen, du musst da mit leben. So wird man älter, man verändert sich. Und sieh es nicht negativ, sei so lange wie du willst verrückt, sei für immer Kind. Du musst nicht immer so tun als ob alles leicht wäre, lass manchmal einfach los. Du darfst dich verändern, das ist gut, das passiert so im Leben, jeden Tag verändert sich irgendetwas! Jeder macht weiter, du lernst dazu! Bleib dir selber treu, denn am Ende des Tages bist du immer noch du, denn dein herz ändert sich nicht!

Also wer bist du nun? Wer kannst du werden?

Du kannst nur du selbst werden, du kannst nur du selbst sein! Also mach verdammt nochmal das beste draus und erlebe diese Welt da draußen! 🌎

Doppeldeutigkeit von Macht

Geschichte zu dem Lied Power von Isak Danielson:

Nun sitze ich hier gefesselt auf dem Stuhl, mein Blick verflogt dich immer noch mit dem Willen dich zu bekommen. Der Wille bei dir zu sein! Wenn du dich bewegst, wie du dich bewegst, du versetzt ganze Ozeane, du bewegst mehr als nur deinen Körper. Du bewegst mein gesamtes Ich. Ich höre meinen Namen, du rufst mich und natürlich renne ich zu dir, jedes mal aufs Neue. Könnte man behaupten, dass wir uns Lieben? Könnten wir wenigstens so tun als wäre es so, als gäbe es keinen Anderen? Du rufst schon wieder meinen Namen, ich zucke, der Stuhl ruckelt leicht und ich probiere deiner Stimme zu folgen. 

Es ist meine Seele die du fütterst, du weißt genau was ich brauche, du hast die Macht über mich, über meinen Körper. Ich gebe dir alles was ich habe, aber du siehst es nicht, du möchtest es nicht sehen. Ich schreie: „Warum lässt du mich nicht frei? Du hast die gesamte Macht über mich, du hast das was du wolltest!“ 

Ich war verloren bis ich Dich fand, ich wusste nicht wer ich war. Ich hatte Angst mich selber kennenzulernen, aber nun höre ich auf meinen Namen und beginne zu zucken. Erneut rufst du Mich! Ich habe das Gefühl ich komme dir näher, rücke ein stück nach. Du rufst immer wieder meinen Namen…

Du fragst: „ Bist du bereit? Bist du nun Bereit? Willst du? Kommst du? Na kommen her! Bist du bereit?“ 

Ich schreie:“ Ja ich bin bereit!“ 

Es ist mein Wunsch dass du mich pflegst, du weißt genau was ich brauche. Du hast die gesamte Macht über mich. Du setzt dich auf meinen Schoß und flüsterst mir ins Ohr: „Bist du bereit?“ Ich nickte und hoffte auf erbarmen, aber du schlugst mir ins Gesicht. Der Stuhl viel samt meines kalten Körpers zu Boden.


Man spürt in dem Lied wie der Geschichte immer wieder die Doppeldeutigkeit von Macht. Zu einem die körperliche Macht, die auch im Video dargestellt wird, genauso wie die Emotionale Macht die man gut zwischen den Textzeilen und der Gefühle in der Stimme hört. Jedem Menschen kann körperlich weh getan werden, jemand übt Macht aus indem er andere physisch verletzt. Dies ist meist nicht schwer. Man sieht danach die Spuren der Macht, blaue Flecken, Blut, risse in der Haut oder gar offene Stellen. Der Körper wird dadurch geschwächt, es dauert bis er sich regeneriert.

Emotionale Macht ist fast genauso schlimm, wenn nicht sogar schlimmer. Die Art und Weise ist die Gleiche.  Nur das hier mit Emotionen gehandelt wird. meist steht uns die Person sehr nah und/oder kann sehr gut mit Worten umgehen. Wenn jemand die beleidigt könnte man schon von Emotionaler Macht sprechen. Mobbing ist ein großes Beispiel. Das Opfer wird emotional mit Worten nieder gemacht, die Gruppe hat eine Gewissen Macht über das Opfer, die Angst bestimmt dann meist den Alltag. Selbst nach Jahren Genesung hat die Seele immer noch blaue Flecken. Emotionale Macht hat eine viel längere Heilungsdauer als Körperliche Macht. Man kann in gewissen Fällen fast von Emotionalen Missbrauch reden. Ich mag dazu aber kaum Vergleiche aufstellen, da ich beide Arten zu schlimm finde. Doch das Video und Lied zeigt gut auf wie schnell es möglich ist die Macht über jemanden zu gewinnen, egal ob durch Liebe, Angst, Hass oder eine andere Emotion. Es ist immer möglich.

Es geht wieder los… 3.0

Ja nun geht es wieder los, die nächste Reise steht an. 5 Wochen AidaMar mit Zielen in Portugal, Spanien, Frankreich, England, Belgien, Holland und Deutschland! Aufgestiegen wird morgen in Mallorca, jetzt sitze ich gerade im Flieger und schaue von oben herab auf die kleinen Linien und Häuser die unser Deutschland prägen, alles ordentlich und eckig, man könnte meinen alles hier hat einen Sinn… Nun entfliehe ich zum 3 mal diesem „Sinn“, das Schiffsleben ist eine ganz andere Welt, eine andere Art zu leben, es hat ein Bischen was von Patchwork und Mittelalter, manchmal auch nen guten Hauch italienische Mafia. Je nachdem was man macht, wo man steht oder wer einen mag/nicht mag. Klar gibt es Security auf einem Schiff, aber das sind ja trotzdem meine Kollegen, und wenn ich denen die Tür vor der Nase zu gemacht habe mögen die mich vielleicht auch ein Stück weniger… Man weiß nie genau woran man ist. Gleichzeitig leben aber alle wie eine große Familie zusammen, man könnte meinen der Marktplatz ist das crew Restaurant und die Kneipe um die Ecke ist die Crewbar, laue Sommernächte können auf dem außen Crew Deck gemacht werden und sonnenbaden wie im Schwimmbad mit Whirlpool geht vorne an der Spitze auf dem crew Sonnendeck. Ja man könnte meinen es mangelt einem an nichts. Doch manchmal fühlt man sich auch unter 300 Kollegen einfach einsam weil doch alles irgendwie oberflächlich ist. Dann kommt manchmal das vermissen auf. Nur dieses Mal sind es 5 Wochen, da gibt es keine Zeit zu vermissen!

Also los geht’s, AidaMar ich komme! 💪🏼

Wohin Reisen wir und was nehmen wir mit?

Meist sitzen wir zu Hause und suchen uns ein Ziel aus, dabei ist der Weg das Ziel.
Meist schreiben wir uns eine Liste mit Dingen die wir unbedingt brauchen, doch warum Materielle Dinge mit nehmen wenn wir ein Herz und einen Kopf haben? 

Man geht auf Reisen und sich selber besser kennenzulernen. Mit Reisen meine ich keinen Urlaub, auch keinen Kurztripp. Eine Reise ist ein fester Entschluss. Eine Entscheidung. Entweder alleine, zu zweit, oder Gemeinsam. Man entscheidet sich den Alltag zu verlassen und auf Reisen zu gehen. Man Reist von Alltag zu Alltag oder besser gesagt zwischen Alltag und Alltag. Eine Reise kann eine Autofahrt sein, ein Aufenthalt in einer Großstadt, ein Roadtrip durch ein Land, eine Autofahrt zu einem Freund. Aber genauso ein gutes Gespräch mit einem Freund. Habt ihr euch schon mal so lange unterhalten, sodass ihr die Zeit vergessen habt? Dann wart ihr auf Reisen. Ihr seit für einen kurzen Moment durch die Zeit gereist. Dann gibt es noch diese nächtlichen Autofahrten, wo man einfach komplett in Gedanken ist. Sich auf einemmal wundert das man schon da ist, oder sich fragt ob die Ampel gerade Rot oder Grün war. Dann ist man auf Gedankenreise. Es gibt hundert verschieden Arten zu Reisen. Doch ist die Wahl was wir mitnehmen genau so wichtig! Viele schrieben sich vor einer Reise eine riesige Liste und merken dann, wenn sie unterwegs sind, dass sie die Hälfte gar nicht brauchen. Man weiß nie was man auf einer Reise brauch. Wichtig ist aber das man sein herz dabei hat. Das mag kitschig klingen oder gar verrückt. Aber das Herz schaut durch das Auge wenn man Reist. Viele berichten das man auf Reisen alles ganz anders wahr nimmt. Ja man hat Zeit das Herz mit schauen zu lassen. Ich würde behaupten das Herz ist der erste Teil des Körpers der sich Satt sieht und dem Langweilig wird. Denn im Alltag machen wir vieles nicht mehr mit dem Herzen sondern mit unseren Kopf, wir zerdenken, grübeln, Stressen und überfordern uns immer wieder. Meist vergessen wir dabei unser Herz und unsere Gefühle. Auf Reisen ist unser Kopf und unsere Gedanken überfordert. Dort schaltet sich unser Herz erneut ein. Man sagt auf Reisen entkommt man den Alltag. Doch man sollte im Alltag nie vergessen das man jederzeit auf Reise gehen kann. Mach etwas verrücktes, irgendetwas was du noch nie getan hast. Mach was komisches, etwas was der Moral und Gesellschaft nicht entspricht. Nur so kannst du raus aus dem Alltag. Treff dich mit einem guten Freund und verliert euch in der Zeit, geht „Lost“ im Moment. Ganz oft begegnet man Menschen die vergessen haben wie Reisen geht. Menschen die überarbeitet sind, sich immer aufregen, ganz oft überreagieren.

Wie gesagt, man muss nich weit weg gehen um zu Reisen. Und nicht alle die Wandern sind verloren, niemand ist ein Lebenskünstler nur weil er von A nach B springt und keiner ist merkwürdig nur weil er nicht der Norm entspricht. Denn am Ende bist du immer alleine und musst mit dir selber am besten klar kommen, und das kannst du nur wenn du weißt wer du bist! Und wo kann man das besser herausfinden, als auf Reisen zu gehen. Auf dem Weg Richtung Ich, doch ich komme nie an, denn ich habe erkannt immer wenn ich wo ankomme fängt eine neue Reise an. Bleib offen für neues und probier neue Dinge, geh raus aus dem Alltag und mach einfach mal. Wer versperrt dir den Weg zu reisen? Wer hält dich auf? Gute Reise! 

Von Grönland zu den Kanaren

Nun war hier lange Ruhe, aber ich habe mich entschieden wieder mehr zu schreiben!

Ich bin an 13.07.2019 an Bord von AidaCara aufgestiegen. Die ersten Reisen gingen hoch nach Island&Grönland, danach ging es von Bremerhaven nach Mallorca, da haben wir ein bischen von Frankreich, England, Spanien und Portugal gesehen. Anschließend ging es von Mallorca, über Griechenland, Sizilien und Sardinien nach Bari (Italien). Von dort aus dann auch wieder zurück. Wieder in Mallorca angekommen ging es runter nach Gran Canaria, von dort aus haben wir die Kanaren und Azoren besucht, bis ich am 02.12.2019 wieder im kalten Deutschland angekommen war.

4 halb Monate waren einfach eine verdammt lange Zeit. Man merkt richtig das hier Zuhause im kleine Hameln trotzdem was passiert um man vieles einfach verpasst. Dafür habe ich das erste mal Grönland und Island gesehen, zwei wunderschöne Länder, mein Highlight waren die Zwergwal vor der Ostküste Grönlands, es war einfach unglaublich. Wir sind für 50€ p.p mit einem einheimischen Schnellboot raus gefahren auf die Offene See, kurz vor der Eisbergfront tauchten dann gut 5-6 Zwergwale immer mal wieder auf und präsentierten ihre volle Schönheit. Meine Kamera ist beinahe heißgelaufen, trotz der – 10 Grad. Das Wetter war einfach fantastisch, die Sonne schien und die See war ruhig. Danach sind wir zwischen die Eisigere gefahren, das knacken und krachen ist einfach einzigartig, die Riesen zu sehen ist einfach unglaublich, man fühlt sich einfach winzig klein. Nach einer Stunde sind wir zurück an Land gefahren, dort haben wir das kleine Dorf Illuminat erkundet, ein 50 Seelendorf mit einer kleinen Schule, einer Kirche und einem Restaurant, dieses durfte aber nur von Einheimischen besucht werden. „No Cruise Ships!“ besagte der große Zettel an der Tür. Dafür sind wir in einen kleine Laden reimgeschlendert und haben uns dort mit einem kleine Snack eingedeckt. Da Grönland zu Dänemark gehört sind die Preise eigentlich ganz in Ordnung. Man merkt das Grönland gegenüber von Canada lag, immer wieder trafen wir dort Canadische Urlauber  die „mal eben“ rüber geflogen sind.

In Reykjavik haben wir eine kleine Live-Bar entdeckt, das „English-Pub“. Dort gab es abends immer Live Musik und auf jeden Fall genug zu trinken. Leider kostete im Norden der Welt Bier und Alkohol immer viel Geld. Ein gezapftes bei 10€ und ein Flaschenbier teilweise bei 12-13€, d.h betrinken war nicht drin. Wir sind mit einem Taxi von Bar zu Schiff gefahren, da es das schnellste und einfachste war. Das Taxi für 40€ pro Strecke war in Ordnung, wir konnten uns das ja Immer zu 3 oder 4 teilen.

 

Ein weiteres Highlight war die Prinz Christian Sund Passage im Süden von Grönland. Drei ganze Seetage hießen für uns Gastgeber eigentlich immer viel Arbeit, da die Gäste bespaßt werden wollen. Aber im Sund wollte einfach jeder nur gucken, es war unglaublich wie Landschaft und Eisberge an unserem Schiff vorbeigezogen sind. Für die Crew gab es vorne an Deck sogar Kuchen, Glühwein und hießen Kakao. Die durchfahrt dauert gute 6-8 Stunden und ist auch beim 3 mal immer noch Unfassbar schön.

Angekommen im Süden, genauer gesagt in Malta haben wir uns dazu entschieden eine kleine Insel Taxi Rundfahrt zu machen, die Taxen im Süden sind günstig, so haben wir zu 4. 5€ p.p bezahlt. Wir sind zu einer Bucht gefahren wo man mit kleinen Booten in die Höhlen fahren konnte, laut Werbung war dies „the bluest Point in Malta!“ also rein da. Die See war sehr rau, aber wir kannten uns ja mit Seegang aus. Das Wasser war einfach unglaublich blau, es wäre so schön gewesen, wenn dann nicht unser Bootsführer gewesen wäre. Wir wurden immer nur angebrüllt wo wir hingucken sollen und das wir unsre Hand ins Wasser halten sollen. Ja angebrüllt, mit sehr aggressivem Ton. Die Spanier hinter uns wurden immer freundlich drauf hingewiesen. Wir waren uns unsicher ob es an uns oder seinem schlechten Englisch lag.

Auf Madeira haben wir uns bei Sixcxt ein Auto gemiete, den ganzen Tag 56€ mit allen Kilometern und kompletter Versicherung. Wir sind auf einen der höchsten Berge der Insel gefahren. Unglaublich wenn man in den Wolken steht und man ins unendliche Schaut bis man das blaue Meer am Ende der Insel sieht. Dort haben wir eine Suppe gegessen und etwas getrunken. Dann zurück runter, die Straßen ähneln deutschen Feldwegen und führen durchs nichts. Aber dieses Abenteuer war einfach unglaublich und jede Minute wert.

Es ist so viel passiert, ich werde bestimmt noch mehr berichten….

bis dahin viel spaß 😛

#Richtung Ich

Wie viel Arbeit kann ein Mensch ertragen? Wie viel stress kann ein Einzelner auf seinen Schultern lasten? Wie lange kann man 24/7 arbeiten ohne kaputt zu gehen?

Ich kann euch sagen, das funktioniert verdammt lange, aber nur wenn man die richten Leute um sich hat! 

Auf diesem Schiff arbeite ich jeden Tag, ohne Wochenende oder Feiertage! Am tag arbeite ich gut 12-14 Stunden. Natürlich gibt es auch Tage wo es nur 6-7 Stunden sind, aber an denen liegt dann meistens Wäsche waschen an, oder man geht im schönen Hafen raus und schaut sich die Destination an…
Ich merke hier einfach, das 24 Stunden am Tag viel zu wenig sind, zu wenig um sich mit seinen Freunden zu treffen, zu wenig um genug schlaf zu bekommen, zu wenig um seine eigenen 6 Quadratmeter in Ordnung zu halten, zu wenig um jeden Tag zu Hause anrufen zu können.

Aber umso schöner sind die Momente wenn etwas funktioniert! 

Ich habe Vorfreude auf die Vorfreude!!!

Nun bin ich schon 2 Monate hier und mir kommt es einerseits vor wie 2 Wochen und andererseits, wenn ich mir anschaue was zu Hause in der Zeit alles passiert ist, wie eine Ewigkeit. Aber in 5 Wochen bin ich wieder zu Hause. Und genau beim schrieben von diesem Satz kommt wieder etwas Euphorie hoch, die Vorfreude auf die Vorfreude steigt! Ich bin jetzt froh mich in 4 Wochen auf zu Hause zu freuen, wenn es nur noch 7 Tage sind und alles wieder eingepackt wird, Richtung Heimat. 

Anderseits habe ich jetzt schon nach 2 Monaten das Gefühl ich lasse meine Schiffsfamilie hier alleine. Ich habe hier so super Menschen kennengelernt, nicht jeder ist mein Freund, aber jeder gehört zur Familie, oder nennen wir es Gemeinde. Jeder sagt sich, wie in einem kleinem Dorf, „hallo“ wenn man sich auf den Fluren begegnet… Das gibt einen das gute Gefühl von Geborgenheit und irgendwie Sicherheit, man wird wahrgenommen! 

Nach 8 Wochen zu Hause geht es dann auf das nächste Schiff, die AidaCara. Mit AidaCara geht es dann nach Grönland, Island, Spanien, Portugal, Frankreich, Griechenland u.v mehr Häfen die ich gar nicht alle aus dem Kopf weiß, bis ich dann am 18.11 wieder zu Hause bin um die wichtigste Familienzeit im Jahr, mit meiner Familie zu verbringen. Weihnachten, mein bester Freund hat Geburtstag, meine Mutter hat Geburtstag und meine kleine Schwester wird 15. 

Ich lerne mich hier immer besser kennen, lerne langsam meine Grenzen, studiere noch ein mal mehr meine eigenen Macken und lerne viel über Menschen und ihr Verhalten. Ich bin auf dem weg #richtungich ; ich weiß noch nicht genau wann ich ankomme, aber ich bin auf jeden Fall bereit für alle (wellen) die kommen! 

„Wo bin ich, und wo muss ich eigentlich hin?“

Das war der meist gefragte Satz in den ersten Tagen…

Auch wenn die Aidaaura eines der kleineren Schiffe ist, verläuft an sich am Anfang doch ziemlich oft. 

Der erste Tag war einfach voller Input, ich hatte das Gefühl das ich nach 3 Stunden nicht mal mehr meinen eigenen Namen weiß. Es war einfach immer Info,Info,Info….

Ich habe das große Glück auf meiner Kabine ein Bullauge zu haben… D.h ich kann von Zeit zu Zeit, wenn ich auf der Kabine bin, doch mal rausschauen und kurz träumen… Wenn man dann abends im Bettliegt, kann so ein Bullauge doch manchmal ziemlich nerven… bei jeder größeren Welle schießt einmal Wasser durch das Bullauge und es gibt so ein unangenehmes Rumssss geräusch… Das sieht dann aus wie so ne Waschmaschine wo einmal der Schleudergang an ist. 

Der erste Hafen war Haugesund, dort mussten wir im Kids Club erstmal gucken wie viele Kinder kommen, und wie viele Erzieher wir sein müssen, daher war dann nichts mit Landgang. Gestern in Bodø war es dann soweit, das erste Mal raus! 

Nun waren es draußen, trotz Sonne nur  -6 Grad und überall war Schnee und Eis, ich hatte 3 Schichten an und habe trotzdem irgendwie gefroren…. 

Nach 2 Stunden Fotos machen und Norwegisch, bin ich dann wieder zurück zum Schiff. 

Nun sind wir auf dem Weg nach Tromsø, dort liegen wir Übernacht im Hafen und können somit auch Nachts raus, vielleicht habe ich dann mehr die Chance Polarlichter zu fotografieren, denn das Schiff wackelt, und somit sind die Meisten Bilder doch irgendwie verwackelt oder unscharf… 

wünscht mir gluck 🙂 

Die Reise beginnt…

Die Reise beginnt: Ja so langsam wird es ernst, am Samstag ist es soweit, zischen 8 und 9 Uhr ist Aufstieg in Hamburg. Die AIDAAura wird dort schon stehen und warten.

Mitten in der Nacht: Wir fahren Samstag morgen um 4 Uhr los. Man will ja pünktlich sein… Zum Glück fährt Marvin mich.
Ich lass‘ die Stadt hinter mir: Ich bin jetzt schon gespannt wie klein Hamburg von weitem aussehen kann…
Wo alles angefangen hat: Der Bewerbertag war in Hamburg, das Safety Training war dort… Irgendwie hat in dieser Stadt alles angefangen….
Ich weiß noch nicht, was morgen ist
Doch ich werde mir was suchen: Ich habe keine Ahnung was auf mich zu kommt, aber es wird schon gut werden, dass weiß ich gewiss!

Was besser zu mir passt, mich am Ende glücklich macht: Ich hoffe doch.

Auf zu neuen Ufern: Jeden Tag ein neues Ufer…

Die Kirchturmglocken läuten
Die nächste Runde ein: Ich werde so viele unterschiedliche Glocken hören, und sie werden mich immer an zu Hause erinnern.

Bist du bereit? JA bin ich!

Wenn das erste Morgenlicht
Durch die Fensterscheibe bricht
Dann wird mir klar
Dass noch so viel vor uns liegt
Was es zu entdecken gibt
Wo wir noch nie war’n

Es gibt so viel da draußen, was wir nicht kennen. So viel was man sehen kann; es gibt so viel, was wir nicht fassen können, was uns sprachlos macht. Sicherheit, die habe ich weil ich gute Freunde und eine Familie habe! Wenn ich zurück komme wird dort jemand stehen und mich abholen, das weiß ich. Wenn ich mal jemanden brauche der mir zuhört muss ich nur den Hörer in die Hand nehmen.

„Ich bin ja nicht aus der Welt!“ -> Ja ne wie auch?! Die Welt scheint mit dem Gedanken doch irgendwie recht klein. Aber wenn man dann erstmal los fährt und alleine merkt dass es von Hameln aus 2-3 Stunden zum Strand sind, scheint sie doch wieder so groß. Wenn man sich in Irland auf die Klippen stellt und nach unten schaut fühlt man sich so winzig klein. Aber doch kann man 20 Autostunden nach Irland locker zu zweit meistern.

Ich bin bereit wenn die Wellen kommen; lass mich von Ihnen befreit‘; tauch nur noch tiefer ein. Ich bin bereit wenn die Wellen kommen!

Bist Du Bereit – Max Giesinger

Faire Fähren

Zuerst fährt man in eine große gefühlte Tiefgarage. Nur halt nicht Berg runter… Danach fährt man in eine lange Reihe wo jemand einen sagt wie dicht man an den Vordermann heran fahren kann; warum auch immer man diesem

„Hafen Mitarbeiter“ vertrauen solle; dann heißt es aussteigen und das wichtigste mitnehmen. Wenn man alles bei sich hat geht es immer Treppe hoch auf die Decks. Jetzt kommt es drauf an ob man nachts oder tagsüber auf die Fähre geht. Nachts sollte man sich so schnell wie möglich ein Sofa oder Sessel sichern in dem man schlafen kann. Hier schläft nachts jeder, ob im Restaurant, in einer Bar, oder einfach im Sitz Bereich. Jeder sucht sich irgendwo seinen Platz zum lang machen. Sobald man liegt, am besten etwas über die Augen und auf die Ohren. Das macht es irgendwie einfacher Ruhe zu finden. Unter einem vibrieren leicht die Schiffsmotoren. In der Ferne mag man noch ein lautes Geklimper der Gläser in der Bar hören. Man stellt sich den Wecker auf Ankunft und schläft einfach ein. Man schaukelt in den Schlaf. 

Wenn man nun aber tagsüber auf der Fähre ankommt kann man viel machen, man kann gute Gespräche anfangen, ob auf Deck oder unter Deck. Man kann sich in die Sonne flehtzen oder halt in den Schatten. Man kann in die Spielhallen, ins Restaurant, in ne Bar oder, auch tagsüber, in einen schlafsessel. Schlafend gehen diese Fahrten eindeutig schneller rum. Das Essen kostet eventuell 20-50 Cent mehr. Aber das ist in Ordnung, man sollte sich vorher gut trinken und ein paar Snacks mitnehmen. Aber eine große Pizza für 10,50€ ist in Ordnung. Das Bier in der Bar ist teilweise günstiger als in den Großstädten. 

Wenn es dann irgendwann Land in Sicht heißt, sollte man sich schon mal grob dran erinnern wo man hin muss, wo das Auto steht und ob noch jemand fehlt… 

dann heißt es, Abfahrt!  

Nördlicher geht’s nicht.

Nun sind wir angekommen am letzen Ziel unserer Reise. Malin Head heißt das kleine Örtchen was komplett im Norden Irland liegt. Nicht in Nordirland, sonder im Norden von Irland (Südirland?!). Angefangen in doolin (Süden, etwas unter Galway) haben wir uns in 2 Wochen hier hoch gekämpft. Man lernt unglaublich viel über diese Land. Der Linksverkehr ist schon zur Routine geworden. Die netten Leute in den Pubs schon völlig normal…

Es ist unglaublich was wir in den letzten Wochen erlebt haben, zwischen Pub besuchen und tagestouren haben wir immer wieder die Zeit gefunden uns ans Meer zu schleichen. Und dieser Atlantik hier in Irland ist unglaublich! Er ist nicht warm, aber warm genug, um von einem Boot ins Wasser zu springen, unter den höchsten Klippen Europas. Der Käpt’n des Schiffes war auch sofort mit im kühlen Nass. Wassertemperatur waren gute 20 grad, Außentemperatur waren so um die 17 grad, gefühlt aber durch den Wind und die Nässe so bei 10 grad.5F0A1261-A2CB-4656-85B3-4D212EA702BD

Heute waren wir wieder am Strand. Diesmal aber weniger für den Strand an sich, sondern für die Steine die dort angespült werden. Es ist Halbedelsteine oder gar kleine schätze die man dort sammeln kann. Kein stumpfer Nordsee Sand, der irgendwie nach Salz und Fisch riecht. Wirklich kleine Steine, in allen möglichen Farben und Größen.FF97B161-BBBA-408D-BDC7-DB49642A63C4

Vor einer halben Woche waren wir auf einer verlassen Insel namens Inishkea. Die Insel ist seit mehreren Jahren komplett verlassen. Nur vereinzelt kommen Besitzern wieder um dort ein paar Tage Urlaub zu machen. Durch einen Sturm musste die Insel aus Sicherheitsgründen geräumt werden. Die Häuser wurden komplett zurück gelassen. 3-4 mal im Jahr sind Fahrten zu der Insel möglich. Wetter, Ebbe und Strömung müssen komplett mitspielen sodass diese fahrt möglich ist. Ein erfahrener Seemann darf nicht fehlen. Unser Seemann fährt seit 6 Jahren immer wieder diese Strecke, er kennt sich also aus. Er wusste genau wo Steine aus dem Wasser ragen, oder wo man sich durchschlängeln musste. Nach einer Stunde fahrt kamen wir an. Das erste was uns zwischen den verlassenen Häuser entgegen kam waren 3 Esel. Dazu kamen viele Schafe und eine paar Kühe. Gestört haben wir wohl die Schwarzkopf Möwen die sich auf der Insel eingenistet haben. Sonst kein einziger Mensch dort. B98D79B8-A237-4031-B7EC-41E7BD2A0D9D560727CC-9457-48FA-9169-EC8C3C2B59A3B1940E7C-020A-4AC0-9159-29220928380D1517F09D-B2EC-4CC1-97B7-B58FCFD7D43F

Nun sitzen wir hier draußen am Meer, genießen unser gutes Smithicks und gehen gleich ins Bett, gute Nacht!